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"Ein deutsches Requiem" nach Worten der Heiligen Schrift für Soli, Chor, Orchester und Orgel ad libitum op. 45 von Johannes Brahms.
Zwischen der ersten Skizzierung und der ersten vollständigen Aufführung des frühesten der größeren Brahmsschen Chorwerke, des "Deutschen Requiems" nach Worten der Heiligen Schrift für Sopran- und Baritonsolo, Chor und Orchester, lagen dreizehn Jahre. Ausschlaggebend für die Komposition eines Requiems war wohl die Erschütterung Brahms' über die Nachricht des Todes seines Freundes Robert Schumann im Jahre 1856. Aus diesem Jahr stammt auch der heute an zweiter Stelle des insgesamt sieben Stücke umfassenden Zyklus stehende Satz "Denn alles Fleisch, es ist wie Gras", der auf ein Manuskript zurückgeht, das Brahms zunächst als Teil einer Sonate für zwei Klaviere vorgesehen hatte. Aus dieser Sonate entwickelte sich unter Auslassung dieses Teils später sein Klavierkonzert in d-Moll. |
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Wissenswertes Aus der Kaufrausch Info-Bibliothek.
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Auch dass Brahms sich gerade für die Komposition eines deutschen Requiems entschied, ist wahrscheinlich Robert Schumann zu verdanken, der seinerseits den Plan gefasst hatte, ein deutschsprachiges Requiem zu schreiben, zu dessen Ausführung es jedoch nicht mehr kam. Brahms nahm sich dieses Vorhabens an, tat sich aber mit der Realisation ungeheuer schwer.
Erst fünf Jahre nach der Vertonung des ersten für das Requiem komponierten Stücks begab er sich an den Eingangssatz "Selig sind, die da Leid tragen", nachdem er im gleichen Jahr (1861) die Texte für sein Chorwerk auf der Schlussseite des ersten Heftes seiner Romanzen aus Ludwig Tiecks "Magelone" notiert hatte. Es handelt sich dabei um von ihm selbst zusammengestellte Texte aus dem Alten und Neuen Testament sowie aus den Apokryphen. Danach vergingen wiederum vier Jahre, bis er sich - nun in verstärkter Form - mit der Requiemvertonung auseinander setzte. Äußerer Anlass war der Tod seiner geliebten Mutter im Februar 1865. Es entstanden der vierte Satz "Wie lieblich sind Deine Wohnungen" und kurz darauf der dritte Satz "Herr, lehre doch mich". Bis zur ersten Aufführung des vom Komponisten selbst geleiteten Werkes im Dom von Bremen (April 1867) war das Requiem auf insgesamt sechs Sätze angewachsen.
Der heute an fünfter Stelle stehende Satz "Ihr habt nun Traurigkeit" wurde erst 1868 hinzukomponiert und ist "dem Gedanken an die Mutter" gewidmet. In seiner endgültigen Fassung kam das Werk, das nicht der Kategorie der kirchlich-liturgischen Musik zuzuordnen ist, sondern die menschliche Auseinandersetzung mit der Tragik des Todes, die Gegenüberstellung von Vergänglichkeit und Ewigkeitshoffnung und von Trauer und Trost thematisiert, am 18. Februar 1869 im Leipziger Gewandhaus unter der Leitung von Carl Reinecke zur Aufführung.
Das Werk verfügt über eine raffinierte dramaturgische Konzeption: Während die Sätze 2 und 6 den Kampf zwischen Schmerz und Freude und die Sätze 3 und 5 den zwischen Trauer und Hoffnung schildern, steht der humanistische Gedanke des Trostes als Ausgangs-, Mittel- und Endpunkt (Sätze 1, 4, 7) im Zentrum der Brahmsschen Requiemvertonung: "Ich habe meine Trauermusik vollendet als Seligpreisung an die Leidtragenden. Ich habe nun Trost gefunden, wie ich ihn gesetzt habe als ein Zeichen an die Klagenden." (Brahms). |
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